August 2018
Kommentar zur Atemarbeit in Einzelstunden von einem Schüler (heute 29)

Die Stunden fanden in der Zeit zwischen 2002 bis 2005

Er war damals 13 Jahre alt

Lieber Simon,
Ja ich kann mich erinnern, nicht an jede Einzelheit aber an einiges.

Zum Beispiel das du in einem Stadtteil gewohnt hast, in dem ich später eine Zeitlang gearbeitet habe :) Zum einen waren die Treffen bei dir irgendwann etwas lästig weil es ja doch ein bisschen wie Schule war, dennoch habe ich natürlich genau wie in der Schule immer versucht so gut wie möglich aufzupassen und zu verstehen was du mir sagst.

In den Hefter den wir angelegt haben, habe ich später nie wieder reingeschaut und ich habe durch meine Erfahrungen im Studium gelernt das es auch viel mehr Sinn macht wenn man die Dinge selber aufschreibt. Ein Teil des Hefters hast du ja für mich geschrieben und das bringt wenig nutzen.

Was ich am sinnvollsten fand, waren die Übungen die du mir gezeigt hast.

Ich fand die zwar manchmal etwas lächerlich oder eher ungewohnt sie zu machen, aber als ich danach mal wieder einen Asthmaanfall hatte und die probiert haben, waren die eine große Hilfe.

Ich glaube ich habe eine davon auch mal weiterempfohlen, aber für einen anderen Fall.

Das aller aller wichtigste was ich von dir gelernt habe, ist die Aufmerksamkeit auf seinen Körper zu richten und ihn zu spüren. Das war meine wichtigste Übung wenn ich Asthma hatte. Das hat aber auch bei Bauchschmerzen gut geholfen :) Ich habe reingespürt, mich wahrgenommen und konnte so genau einschätzen was ich mir zumuten kann und was nicht. Mehr noch, ich konnte meinen Asthmaanfall bis zu einem gewissen Grad verbergen und nach außen hin normal weitermachen. Zum anderen hast du mich auch gelehrt den spirituellen Aspekt zu betrachten. Die Luft die ich einatme, welche von den Wesen um mich herum ausgeatmet wurde und mich damit mit meiner Umgebung verbindet. Nach der Zeit bei dir ist mein Asthma Stück für Stück zurückgegangen und wurde immer weniger zu einem Problem für mich.

Natürlich ohne Medikamente oder so.

Was mir auch sehr in Erinnerung geblieben ist, war wie du mit meiner Geschichte umgegangen bist. Das war ja meine erste Geschichte.

Zusammengefasst kann ich also sagen ich bin dir sehr dankbar für deinen Unterricht, dadurch konnte ich meine Lebensqualität verbessern.Nachdem ich von zuhause ausgezogen bin, wurde mein Asthma schlagartig besser. Und nur wenn ich meine Eltern besucht habe, wurde es wieder schlimmer, zusammen mit meinem Schnupfen. Dabei war es egal wo ich gewohnt habe, ob in der Stadt oder in den Bergen, das hat vom Asthma her keinen Unterschied gemacht.

Oder wenn ich bei jemanden war, der Katzen hat. Nicht bei allen. Vor einem halben Jahr war ich wegen des Restasthmas bei Katzen und zuhause bei einer Heilpraktikerin der klassischen Homöopathie und sie hat mir ein Mittel gegeben das mit Muscheln zu tun hat. Also das Thema ist ja sich einigeln, abgrenzen von der Außenwelt, nicht den Atem anderer
einatmen wollen :) Und seitdem ist mein Asthma noch besser geworden. Auch bei Katzen oder wenn ich bei meinen Eltern bin habe ich nur noch
wenn überhaupt minimales Asthma.
Geradeso das man es noch wahrnehmen kann das da etwas ist, aber nichts was mich noch länger stören würde.

Liebe Grüße

Konzert mit Reyk Büchner und Simon Jakob Drees

im Unionhilfswerk gGmbH
Wohnverbund Treptow
Winckelmannstraße 59
12487 Berlin

am 6. Juli 2016 um 17 Uhr

Die externe Perspektive

„….Der schöpferische Ansatz von Herrn Drees fördert die Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein und stärkt somit die Eigenverantwortung des Patienten beim Management seiner Erkrankung. Der Patient lernt, sich seines Lebensumstandes bewusst zu werden. Durch konkrete Gewahrseinsübungen und Atemanregungen schafft der Therapeut einen Rahmen, in dem die bedrohlich wirkende Krankheit, unter anderen Gesichtspunkten betrachtet, zu ganz neuen Erkenntnissen und Erfahrungen führen kann. (…) Die musikalische Heilarbeit ist sehr lebendig und bringt vor allem Lust und Freude an der eigenen Existenz in der jeweiligen Umgebung. Damit bietet sie meinen Patienten nicht nur eine wunderbare Ergänzung zur medizinischen Betreuung, sondern gibt ihnen viele praktische Anregungen, selber Einfluss auf den günstigen Verlauf der Erkrankung nehmen zu können.

Die musikalische Heilarbeit von Herrn Drees lässt die Patienten Alternativen zur typischen «Opferhaltung» entwickeln. Sie setzen sich der Erkrankung nicht mehr schutzlos aus, sie nehmen die Herausforderung an, erkennen ihre Schwächen, aber auch Stärken und nutzen sie zur aktiven selbst gestalteten Bewältigung ihrer Erkrankung. Objektive Ziele sind dabei eine möglichst gute Asthmakontrolle, eine Vermeidung von schweren Asthmaanfällen, eine Minimierung der Asthmamedikation unter Beachtung der aktuellen Leitlinien. Subjektiv dürfen die Patienten ein sicheres Gefühl für ihre Atmung und somit auch für die Störung der Atmung im Rahmen der Erkrankung erwarten. Sie können sich wieder ohne Angst in ihr soziales Umfeld integrieren, ein Leben mit keinen bzw. möglichst wenigen Einschränkungen genießen.“

Burkhard Timm-Labsch
Arzt für Innere Medizin / Pneumologie, Bernau bei Berlin

Expertentagung: “Kompetente Patienten?”

Knapp 20 Expert/innen verschiedener Fachrichtungen waren am 13/14. November 2009 in der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder zusammengekommen, um aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema “Patientenkompetenz” zu beleuchten und neue Forschungsaufgaben zu identifizeren. Dieses ungewöhnliche Projekt war eine Idee von Dr. Bettina Berger vom Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Viadrina-Universität und wurde finanziell ermöglicht von der Karl und Veronica Carstens-Stifung, einer Fördergemeinschaft für wissenschaftliche Forschung zur Naturheilkunde und Homöopathie...

...Der Höhepunkt der Tagung war für mich persönlich der künstlerische Beitrag von Simon Jakob Drees mit einer beeindruckenden musikalischen Improvisation, die mich zutiefst berührt hat. Anschließend erzählte er, wie er durch seine Asthmaerkrankung zum Atemexperten wurde und seine Form der Heilarbeit entwickelte. Spannend fand ich, dass er mit seiner Geschichte alle in der Runde (d.h. diejenigen Tagungs-Teilnehmer/innen, die zu diesem Programmpunkt erschienen waren und tags auf intellektueller Ebene unvereinbare Sichtweisen vertreten hatten) faszinierte...

Dr. Simone Meller